Bergbonifizierungskonsortium Gsies-Taisten: Wozu noch? Kommentare

Gsies: Rodungen, Planierungen und Grabungsarbeiten ohne Ende!

Die Gsieser Motorsägen hatten in diesem Winter wieder Hochkonjuktur. In St.Martin/Gsies wurden letzthin insgesamt circa 2,5 bis 3 Hektar Wald gerodet. Bei den Rodungen handelte es sich überwiegend um Fichtenbestände, die teils bis in die Talsohle herunter gingen. Obwohl ein Waldzuwachs in den Höhenlagen festzustellen ist, kann dies nicht als Rechtfertigung für die derzeitigen Rodungen im Talboden dienen, denn diese bedeuten erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild. Dieses hat sich in den letzten Jahrzehnten derart negativ verändert, sodass die Gsieser Kulturlandschaft immer langweiliger und monotoner geworden ist. Das Tal hat bereits sehr viel von seiner ursprünglichen Schönheit und seinem Reiz verloren, auch weil das Bergbonifizierungskonsortium ständig nach neuen Meliorierungs- und Grabungsarbeiten Ausschau hält. Bei der Rodung des „Mudler–Waldele“, das dem Ex-Obmann des Bergbonifizierungskonsortium Gsies/Taisten, Herrn Walder Peter gehört, kam der gesamte Fuhrpark des Bonifizierungskonsortiums zum Einsatz. Nicht nachvollziehbar ist die Tatsache, dass dort auch junge Erlen geschlägert wurden.

Das Bergbonifizierungskonsortium Gsies/Taisten ist eine intransparente Gesellschaft, die zu einem erheblichen Machtimperium geworden ist. Sie verfügen über 100 Grundparzellen, ca. 80 Prozent der Wasserkonzessionen der Gemeinde Gsies, einen Fuhrpark mit zwei Baggern, Traktor und Kleinmaschinen. Das Konsortium hat Aufgabenbereiche übernommen, die weit über das ursprüngliche Gründungsziel hinausgehen. Längst zu hinterfragen wären die Umstände, wie das Bergbonifizierungskonsortium zu Trinkwasserkonzessionen und Grundbesitz gekommen ist.

In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:

  • Hat man die geschädigten Grundbesitzer für deren unrechtsmäßige Übertragung der Besitzverhältnisse jemals rechtmäßig entschädigt?
  • Wenn Wasser Allgemeingut ist, wie kann eine private Gesellschaft zu Trinkwasserkonzessionen gelangen, wo doch sämtliche Gemeinden ihrer primären Aufgabe der Trinkwasserversorgung nachkommen?
  • Ist hier bereits eine schleichende Privatisierung des Wassers im Gang?

Das Konsortium arbeitet nicht für das Allgemeininteresse, sondern begünstigt einzelne Privatinteressen, die einflussreiche Bauernlobby mit ihren politischen Erfüllungsgehilfen sorgen für die überzogenen Beiträge. Angesichts des allgemeinen Sparzwanges wäre eine Umverteilung öffentlicher Gelder längst notwendig. Die Daseinsberechtigung des Bergbonifizierungskonsortiums müsste deshalb in Frage gestellt werden. Der Arbeitsbereich des Bonifizierungskonsortiums ist abgeschlossen, die Almregionen sind bereits übererschlossen, sodass einer Auflösung des Bergbonifizierungskonsortiums nichts mehr im Wege steht.

Der Heimatpfleger
Michael Burger, Gsies
26. 04.2013

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KOMMENTARE

@Bernhart 28-04-13 07:11
Die Bergbauern, de Roaner mit mittlerer Neigung von 45Grad haben OK, aber dike anderen, die alles bequem vom Traktorsitz aus machen können und sogar bezahltes Personal anstellen können, sollten von ALLEN Förderungen ausgeschlossen sein, denn das beweist, dass sich der Hof SELBER trägt und nicht auf externes Geld angewiesen ist
lumpi 27-04-13 23:17
Wer hat nicht die Rodung in Schabs ,oberhalb vom ex Obststandes Putzer,bemerckt ?Wäre es ein kleiner Bauer,nö nö nö.Aber ein großer ,braucht bestimmt keinen Euro für derartige Umwiedmung. Hoffendlich rutscht der Hang nicht ab,sonst brauchts wieder unser Geld.
Mangale 27-04-13 23:03
Wohl wahr zum Kuckuck@. Die italienische Betonierer Mentalität, hinterlässt eine monotone Kultur Wüste!
Gregor Beikircher 27-04-13 22:46
Wacht endlich auf und kämpft mit um den Erhalt unserer vielfältigen Landschaft, die immer mehr verbraucht und zerstört wird, und zwar häufig nicht um des Überlebens willen, sondern um daraus Profit zu schlagen oder auch aus Unkenntnis der Naturgesetze oder aus Respektlosigkeit. Mehrere Jahrzehnte lang war ich bis jetzt mit einigen Wenigen allein, die sich um eure und aller Umwelt als freiwillige ökologische Wache der Autonomen Provinz Bozen und leider unter öfterer Anpöbelung für die Vielfalt der Natur- und Lebensgrundlagen eingesetzt haben. Glaubt mir, es ist unser aller Natur und Landschaft, unser aller Boden, unser aller Grundlage, die hier teilweise immer mehr zerstört anstatt gepflegt wird.
zwerg 27-04-13 19:15
Jawohl der Bauer ist heute der grösste Umweltverschmutzer:Er pflegt die Landschaft nicht,nein er macht sie kaputt.Um Geld macht der Bauer heute alles,er behandelt Tiere und Pflanzen als Ware,die Erde allgemein als Produktionsmaschine.Mit Beiträgen seit Jahrzehnten überfüttert,ist sein Hirn kleiner und träge geworden.Handaufhalten ist zwar eine Beschäftigung,macht aber faul und gehorsam.Alle Beiträge gehören abgeschafft,damit Herz und Verstand wieder am rechten Platz sind.
pfarrer 27-04-13 16:51
stoppt den wahnsinn!
Electronix 27-04-13 15:29
@Bernhard Typisches Bauerngerede! Die meisten normalen Leute bekommen am 27en auch keine Zahltag, sonder müssen dank der aktuellen Wirtschaftssituation teilweise sogar mehrere Monate waren, bis sie etwas sehen. Vom Preis/Leistungsverhältis ganz zu schweigen. Die müssen auch kämpfen! NUR: wenn es einem Nicht- Bauern einfallen würde so etwas zu tun würde er sofort eine saftige Anzeige erhalten und Strafe zahlen dass es nur so raucht! Ein Nicht- Bauer würde für so eine Schandtat auch niemals einen Beitrag erhalten! Die Politik in unserem Land hat definitiv Stallgeruch!
kommentar +++h 27-04-13 15:22
erst mal eine frage wo sind die schlauen grünen um foppa!! die zerstörung muss aufhören!! ist alles gerade ist alles eintönig!! manchmal frage ich mich ist manchen bauern eine sense noch ein begriff!! auch gibt es leider immer weniger schöne bauernhöfe die aber zu erhaltung beitragen mein danke schön!!
Zukunft 27-04-13 14:28
I tat sogn olls losn und einer Orbat nochgian , ols wos man tut isch sowieso folsch. Als Arbeiter on i in Lohn keine Verantwortung und ich konn olm la mehr verlangen. Wer mocht von den Kindern noch weiter , wenn es immer komplizierter wird. Die Bürokratie nimmt kein Ende , des isch ols mit Kosten verbunden. Wer soll des nou bezahlen. Lossn isch besser, man braucht et weit zi schaugn nou sieht man es jo eh wie es ausschaut.
Unterlond 27-04-13 10:49
do hot sicher der Bergblumenverein die Hände im Spiel – wia überoll – haupsoche ongeben kennen und Profit schlogen ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt – Super konn man do lai mehr sogen. Es werd longsom an der Zeit an Aufstond zu mochen und sich nimmer olls gfollen zu lossen, so konns nit weiter geahn.
Steuerzahler 27-04-13 09:59
Der Mensch rodet und zerstört ganze Waldstriche,aber wehe ,ein Rehlein knabbert mal ein Bäumlein an,dann ist schon der ganze Wald in Gefahr und es kommen sofort die Jäger oder besser gesagt Hobbymörder zu ihrem fragwürdigen Einsatz.
Alex 27-04-13 09:58
nicht nur in Gsies, auch auf dem Hochplaetau Natz verschwinden alle Jahre schönste Föhrenwälder und wilde Kirschbäume und müssen Betonsäulen und Golden … Platz machen. ja wir müssen uns wehren ….
Gsiesa 27-04-13 09:31
Dem Mahner gilt es Aufmerksamkeit zu schenken! Ja, wieso und warum ist das Konsortium, nach Abschluß, und die Betonung liegt wirklich auf “Abschluß”, der Arbeiten nun Besitzerin von über 100 Grunparzellen. Wie kann es sein, dass die Trinkwasserkonzessionen so ohne wenn und aber von öffentlichem Gut zu privatem werden? Es ist höchste Zeit, dass sich die Gsieser gegen diese Willkür wehren, wenn es sein muss auch um 6 Uhr früh vor dem Palais Widmann. Das Bergbonifizierungskonsortium Welsberg Taisten Gsies hat
ausgedient, es muss also, wie vom Statut vorgesehen, aufgelöst
werden.
Stiehl 27-04-13 09:08
Wie kommt jemand zu Wasserkonzessionen? Ganz einfach, man sucht an, kriegt für 30 Jahre den Zuschlag und bezahlt jährlich den Wasserzins. Auch Herr Burger könnte das für die Bewässerung seines Gartens tun.
Das Konsortium arbeitet nicht im Allgemeininteresse? Natürlich nicht, ist doch logisch. Es arbeitet im Interesse der Konsortiumsmitglieder!
hiasl 27-04-13 08:53
Hinweis: Rodungen mit Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen werden als “Bodenverbesserungen” angesehen und deshalb auch mit öffentlichen Geldern gefördert. Die Bauernlobby unter Durnwalder hat so manches erreicht! Die Bauernpartei SVP wähle ich bestimmt nicht mehr.
Bernhart 27-04-13 08:13
Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten, die Bauern HABEN ES SOWIESO SCHON SCHWER ZU ÜBERLEBEN;DA KÖNNEN SIE PERSONEN WIE SIE GRADE NICHT GEBRAUCHEN; ES IST EINFACH WENN AM 27 JEDEN MONAT DER ZAHLTAG KOMMT: BAUERN SIND KÄMPFER UND DAS TÄGLICH FÜR NATUR UND UMWELT UN FÜRS ÜBERLEBEN, MAN KANN NICHT ALLES VERURTEILEN WAS DIE BAUERN MACHEN;ES BRAUCHT ARBEITSERLEICHTERUNGEN DURCH PLANIEREN UND RODEN;ODER HELFEN SIE BEI DER HANDARBEIT AUF DEN FELDERN UND IM WALD; NUR VON DER SCHÖNHEIT IST DIE ARBEIT NOCH LANGE NICHT GETAN, ALSO HABT VERSTÄNDNIS FÜR DIE PLANIERUNGEN UND RODUNGEN
hiasl 27-04-13 07:36
Hinweis: Rodungen mit Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen werden als “Bodenverbesserungen” angesehen und deshalb auch mit öffentlichen Geldern gefördert. Die Bauernlobby unter Durnwalder hat so manches erreicht! Die Bauernpartei SVP wähle ich bestimmt nicht mehr.
Kuckuck 27-04-13 05:59
Der konventionell ausgerichtete Landwirt kann heute zum Umweltzerstörer in der vordersten Liga gerechnet werden.
Blind, taub, versklavt u. auf dem Hirn ein Brett unter dem die Tausender sein Augenmerk lenken.
Kuckuck 27-04-13 01:41
Auf Monokultur im Kopf – folgt Monokultur in der Landschaft.
RObos 26-04-13 19:40
Wehrts euch und lasst euch von keinem einschüchtern , es lohnt sich zu wehren.

 

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